Lang ist es her… Teil II

Wie versprochen nun der zweite Teil des 1. Semesters im Rückblick:

Die Klausurphase. Oh ja, das Schreckensgespenst, was seit den ersten paar Wochen über uns schwebte.

In Marburg muss man die Terminologie Klausur nämlich ziemlich direkt nach den Weihnachtsferien schreiben. Was das bedeutet: Du sitzt an Weihnachten unter dem Tannenbaum und hast deine Termi Karteikarten in der Hand 😀

Spätestens in dem Moment realisierst du, was du dir selber mit diesem Studium angetan hast. Aber die Klausur bringt wirklich viel und dafür fand ich es noch ziemlich entspannt zu lernen. Ich konnte mich nur darauf konzentrieren und mich hat es ungemeint motiviert, als ich mir ein paar lateinische Begriffe der Anatomie Vorlesung herleiten konnte!

Also die Termi Klausur meinte ich nicht mit dem Wort: Klausurphase. Damit ist der schier unüberwindbare Berg gemeint am Ende des Semesters. Ich bin ehrlich, ich (wie jeder andere zu 100%) hatte Phasen, in denen ich dachte: „Das ist unmöglich, unmenschlich und ich habe keine Lust mehr.“ Lasst euch eins gesagt sein: Man darf nie, nie, nie die Flinte ins Korn werfen, denn man schafft es! Ich weiß im Nachhinein zwar nicht mehr so genau wie, aber trotz einiger Zweifel habe ich alle Klausuren im ersten Versuch bestanden.

Und noch eins: Professoren machen sehr gerne ihren Studenten Angst. Ich werde wahrscheinlich nie vergessen, wie wir in der Anatomie VL gefragt wurden: „Haben Sie alle jeweils einen Atlas und ein Lehrbuch?“ Keiner hat natürlich Nein gesagt. Die Antwort: „Gut, denn wenn Sie jetzt nicht anfangen zu lernen, fallen Sie durch die Prüfungen.“ Es war Ende November. Ich hatte weder Atlas noch ein Lehrbuch, geschweige denn, angefangen zu lernen und einfach nur noch Panik 😀

Man kann sich merken: Oft wird tatsächlich heißer gekocht als gegessen.

Aber lass dir gesagt sein, fang lieber früh an zu lernen, denn wer aufschiebt, macht es sich oft noch schwerer. Wir mussten die schriftliche Anatomieprüfung vor der mündlichen machen. Drei Tage später folgten Bio, Sozi und Physik. Chemie hatte man schon vor Anatomie hinter sich. Das Leben eines Vorklinik Studenten ist ja so schön! 😀

Nein, im Ernst. An der Leiche mündlich geprüft zu werden, ist echt eine angsteinflößende Vorstellung. Vielleicht hat Gott mich erhört (Quatsch, ich bin nicht gläubig!:D) oder die Fortuna war mir doch mal wohlgesonnen: Ich bekam das Thema Hüfte und Plexus lumbosacralis, was ein Geschenk war. Nerven fande ich beim Lernen mit Abstand am besten und man konnte das auch super gut an unserer Leiche erklären. Als die Prüferin mich mit den Worten: „Das haben Sie gut gemacht. Hoffentlich hat es Ihnen soviel Spaß wie mir gemacht.“ entließ, konnte ich gar nicht fassen, dass das alles gewesen sein sollte.

Ein megageiles Gefühl! Nach dieser Hürde sah die Welt wieder schön aus. Bei den restlichen drei Klausuren war man schon etwas zu sehr an den Druck gewöhnt, denn es war einfach normal geworden. Hatte zur Folge, dass ich und meine zwei besten Lernpartner/Freunde zwei Tage vor der Bio Klausur Germanys Next Topmodel geguckt haben. Und uns nichtmal schlecht fühlten 😀

Sozi und Physik mussten wir dann zwar jeweils an einem Tag/Nacht lernen (bitte nicht nachmachen/ausprobieren, ist nicht so unbedingt das Schönste von Erden), aber es hat gereicht. In Physik zu meiner Freude waren es auch 39 Punkte, obwohl man nur 16 brauchte. Ein klein bisschen Ergeiz hatte ich dann doch noch entwickelt…

Aber das geht wahrscheinlich jedem Mediziner in seinem Herzensfach so, denke ich. Habt ihr auch Lieblingsfächer?

Liebste Grüße

euer medicalresearcher

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