Im Gespräch mit einem Nobelpreisträger

Den Titel habe ich mir nicht ausgedacht, er stimmt wirklich. Ihr könnt das ganze Gespräch hier nachlesen: https://www.thieme.de/viamedici/mein-studienort-marburg-1604/a/nobelpreistraeger-im-gespraech-33361.htm

Und zwar durfte ich mit dem Medizinnobelpreisträger von 2008, Prof Dr. zur Hausen, reden. Allein die Tatsache, dass ich mal „live“ solch eine Persönlichkeit treffen konnte, fand ich überwältigend. Aber wie man so schön sagt: „Das sind auch nur Menschen“. Und so war ich auch beeinduckt, wie absolut menschlich und sympatisch ich mit diesem Wissenschaftler eine Stunde lang reden durfte. Und dann noch über ein so bedeutsames Thema wie Krebs. Er konnte nachweisen, dass Gebärmutterhalskrebs durch Humane Papillomviren ausgelöst wird. Etwas, wofür er anfangs noch ausgelacht wurde…

Wie es dazu kam? Ich weiß ehrlich nicht mehr, was für eine komische Eingebung ich da hatte. Aber ich habe die Situation noch vor Augen. Ich saß an einem späten Abend in der Uni-Bib und war nicht mehr wirklich motiviert, ernsthaft zu lernen. Also googelte ich einfach mal die letzten Medizin-Nobelpreisträger. Den letzten Deutschen fand ich im Jahr 2013, Prof. Dr. Thomas Südhof. Der lebt mittlerweile aber in England oder den USA, da würde ich nie hinkommen, dachte ich mir.

Also suchte ich nach dem Preisträger davor und stieß auf Prof Dr. zur Hausen. Ich suchte seine Email-Adresse, fand, dass er am Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg arbeitet (was sehr schön und echt groß ist). Noch besser, denn das ist von Marburg so zwei Stunden mit dem Zug entfernt und unser Semesterticket reicht sogar bis dahin. Man bleibt schließlich ein armer Student 😀 Ich wusste nichtmal, ob er da überhaupt noch arbeitet. Einfach drauflos habe ich gefragt, ob ich ihn interviewen dürfte.

Eine Tatsache ist dabei sehr lustig. Ich schrieb meinem (ehemals) besten Freund aus meiner Heimat (der, der jetzt Ingenieurswissenschaften studiert): „Ich habe gerade einem Nobelpreisträger geschrieben. Um wie viel wollen wir wetten, dass ich nie eine Antwort bekomme?“ Die Antwort war nichtmal eine Woche später da! Ich durfte kommen und sollte sagen, wann es mir am besten passt.

Dazu muss ich noch sagen, dass ich das Glück hatte, bei meinem Studienbeginn den Platz als Lokalredakteurin vom Thieme-Verlag für Marburg zu bekommen und dafür regelmäßig Artikel schreibe (siehe Link oben). Deshalb konnte ich dieses Interview auch ganz offiziell in diesem Rahmen führen. Ich war ehrlich aufgeregt und dachte mir nur: „Ida, wie bist du denn da wieder reingeraten?“. Wer nicht wagt, der nicht gewinnt oder?

Vor allem war ds Interview in der ersten Woche des 2. Semesters und da gibt es immer viel organisatorischen Kram, aber ich habe es wirklich hinbekommen. Das Erlebnis werde ich nie vergessen. Ich weiß nicht, ob ihr ähnliches kennt, aber ich habe schon als Kind gerne die Biografien von Wissenschaftlern und Nobelpreisträgern gelesen. Ob das jetzt so bekannte sind wie Albert Einstein, Marie Curie, Werner Heisenberg, Charles Darwin oder Namen, von denen man kaum noch hört, weil sie vielleicht immer an der Nominierung gescheitert sind. Oder der jüngster Nobelpreisträger im Jahr 1915 mit 25 Jahren, der Physiker Lawrance Bragg. Ihn haben wir in der Schule im Physik Unterricht bei der Reflexion an Kristallgittern kennengelernt. Die Bragg`sche Gleichung. Sehr faszinierend.

Ich fand dieses Gespräch so aufregend, dass ich mich gleich im Zug zurück nach Marburg mit meinem Laptop hingesetzt habe und den ganzen Artikel in einem Rutsch schrieb. Es war inspirierend. Immer, wenn ich mich jetzt frage, wieso um Gottes willen, muss ich wissen, dass die Antigen-präsentierenden follikulären dendritischen Zellen im Reaktionszentrum der Sekundärfollikel den B-Lymphozyten ihre aus der Lymphe und dem Blut aufgenommenen Antigene präsentieren? Dann denke ich daran, dass eine ganze Welt darauf wartet, von uns erforscht zu werden. Das gibt mir Kraft fürs Lernen.
Es warten nämlich noch 7 Prüfungen dieses Semester auf mich. Organische Chemie, Biochemie, mündliche Histologie Prüfung, Physiologie, Psychologie, Soziologie und Physik. Yeah… 😀

Ich hoffe, ihr könnt es etwas entspannter angehen lassen.

Liebe Grüße,

euer medicalresearcher

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