Just some normal thoughts…

Manchmal weiß ich nicht, wohin die Zeit geht… Oder was Zeit überhaupt ist. Die Zeiger auf meiner Uhr bewegen sich zwar, aber irgendwie fühle ich mich gleichzeitig wieder wie 10 Jahre, zu jung und unerfahren für die große weite Welt, oder wie 35, wo man aufpassen muss, dass man das Leben nicht zu Ernst nimmt und vor allem den ganzen Spaß des Lebens nicht verpasst.

Es kommen so viele Momente auf mich in den nächsten Monaten zu, dass ich gerade den Sonntag dafür nutze, um darüber nachzudenken. In einem Monat werde ich 20 Jahre alt und vor allem ab nächster Woche im 4. Semester sein! Trotz der unzähligen Prüfungen, die ich schon hinter mir habe, die ganzen Stunden am Schreibtisch, die Down-Phasen und das wieder Aufrappeln – fühle ich mich manchmal, als hätte ich gerade erst mit dem Studium angefangen.

Wieder Ersti sein und keine Ahnung haben, wo man hin muss! Ähm, Raum +002/1003??

Wer denkt sich so etwas aus? Naja, zumindest weiß ich mittlerweile, dass die Zahl vor dem Slash immer für die Etage steht, also Stockwerk 2. Puh, zumindest etwas gelernt in den 1,5 Jahren an der Uni! Aber mal im Ernst: Man wird zwar in die weite Welt geworfen, wird schon ein Stück erwachsener und selbstständiger, aber irgendwie bleibt man doch immer noch in Gedanken – ich weiß nicht – kindlich? Naiv? Unerfahren?

Die anderen um mich herum erscheinen mir immer klüger, größer, besser – als wüssten sie genau, wo ihr Weg hingehen wird und was sie erreichen wollen. Manche Freunde planen schon, wie ihr Haus später aussehen soll, was für eine Praxis, Facharzt, Kinder, bla bla bla… Ich bin froh, wenn ich mich daran erinnere, dass am Sonntag die Geschäfte geschlossen haben.

Oder ich Spüli für die WG kaufen muss, weil wir sonst – trotz bestem Vorsatz – gar nicht mehr abwaschen könnten.

Ich hoffe inständig, dass irgendwann doch mal dieser Punkt kommt, an dem ich mich irgendwie…erwachsen fühle? Für die Aufgaben vor mir gewappnet bin? Manchmal stehe ich vor dem Spiegel und denke mir: Bin das wirklich ich? Das ist kein Film, das ist kein Buch, was du liest, das ist wirklich dein Leben! Und das verängstigt mich immer etwas, denn jede Entscheidung, die man trifft, ist wichtig – schließlich betrifft sie mich. Dass das Physikum nun vor mir steht, macht das Ganze noch interessanter, denn ich bin wirklich gespannt, wie dieser Druck sein wird. Ehrlich gesagt kann ich mir kaum vorstellen, wie das dritte Semester noch übertroffen werden soll – aber wie sagt man so schön: Schlimmer geht immer!

Aber mittlerweile weiß ich zumindest, dass ich mich drauf einstellen kann, die fiesesten Prüfer in der mündlichen Prüfung zu bekommen, die doofsten Fragen, denn das ist irgendwie normal bei mir geworden. Doch noch bin ich zuversichtlich, dass mein bester Freund aka Lernpartner und ich mit unserer erprobten Strategie es schon schaffen werden, dieses letzte Semester zu überstehen, dem Physikum und der Vorklinik die lange Nase zu zeigen!

Was mich erwartet im 4. Semester:

  1. Neuroanatomie:

Der „Präpkurs“ ist im 4. kein wirklicher Präpkurs, da wir nur ein paar Einzeltermine haben werden, um uns das Gehirn, welches von den Leichen des 3. Semester „aufgehoben“ wurde, anzuschauen. Es wird viel Lernerei sein, wie es bei Anatomie immer der Fall ist, aber da die meisten sagen, dass Neuro Spaß bringt und nicht so viel wie die letztens Semester ist, bin ich nicht ganz so nervös – der Trepel und der Prometheus (von uns immer liebevoll „Promi“ genannt) stehen schon im Regal und warten auf mich…

2.  Biochemie/Mikrobiologie:

Das wird leider nicht so angenehm, auch wenn die klinischen Versuche, die wir haben, wohl interessanter werden und vor allem nicht so lange dauern (manchmal waren wir im bis 21.00 Uhr im Labor), aber die Abschlussklausur am Ende soll weniger schön sein, denn sie geht über alles aus dem 3. und 4. Semester! Wenn bei uns Studenten das Physikum schieben müssen, dann weil sie durch Biochemie fallen… Aber eigentlich mag ich BC sehr gerne, deshalb hoffe ich, dass das dieses Mal auch so sein wird. Auch, wenn ich im Labor eher eine Niete bin. Wenn ein Versuch mal wieder schiefgegangen war/komische Werte produzierte, hieß es immer: Hast du etwa pipettiert?

Äh…vielleicht?

3.  Physiologie:

Da werden uns besonders die Sinnessysteme beschäftigen und wir wissen nicht wirklich, was uns erwartet, außer dass es Praktika und Seminare geben wird. Ich hoffe auf das Beste, nachdem ich das Letzte Semester Physio eher hassen als lieben gelernt habe (meinem Dozenten sei Dank), die Klausur am Ende dann aber doch ziemlich human und machbar war…

PHYSIKUMSVORBEREITUNG:

Super, bestes Thema!

Natürlich nicht, denn durch den typischen Mediziner-Lernstil (Stichwort: Bulimie-Lernen) hat man sehr viele Details seit Anfang des Studiums wieder vergessen, was aber alles vorausgesetzt wird. Zum Glück gibt es ja die Endspurts und Medi-Learn-Hefte, sonst wäre man wahrscheinlich verloren! Meine Reihenfolge sieht wie folgt aus: Phycho/Sozi, Bio und Chemie am Anfang lernen, damit die kleinen Fächer schon einmal weg sind – Physik nur, wenn wir noch viel Zeit übrig haben – dann Biochemie, Anatomie und Physio büffeln, bis man alles drauf hat.

Das schreibt sich hier gerade sehr, sehr einfach, aber ich weiß, dass es mit Sicherheit eine (kleine) Tortur werden wird – besonders nach diesen schönen 2 Monaten Semesterferien…

Ein bisschen setze ich auf den Frühling, damit einem die Sonne die letzte Kraft wiedergibt und man besser lernen und gute Laune haben kann – das werden wir bitter nötig haben.

Ganz schön viel Schwarzmalerei! Natürlich nehme ich vor, wieder mehr zu posten, aber die Zeit ist und bleibt irgendwie ziemlich kapp :/

Vor allem möchte ich aber wieder mehr Freude am Studium rüberbringen, denn eigentlich ist die Medizin ja wunderschön! Sonst würde ich mir das Ganze auch nicht freiwillig antun…

P.s. Profi-Tipp: wenn man die Bilder unten anklickt, dann erscheinen sie groß UND mit Bildunterschrift!

Euer Medicalresearcher ❤

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